14.4.2026 Fake News erkennen
Gesprächsvortrag mit Ingo Leipner
Fake News will keiner lesen…
wir erkennen sie aber zu wenig!
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
Zum Inhalt:
„Alternative Fakten“ sind normal geworden in den Nachrichten - dank Trump und Co., die uns täglich damit versorgen. Sind wir dieser Lawine der Desinformation hilflos ausgeliefert?
Warum ist der Gesprächsvortrag so wichtig:
Fake News gehören zum medialen Alltag, was demokratische Entscheidungsprozesse immer schwieriger werden lässt. Um den Wert unserer Demokratie zu erkennen, ist es dringend nötig, dass wir differenziert, wach und kritisch mit Inhalten von Medien umgehen lernen und uns unserer eigenen Rolle in der Medienwelt bewusst zu werden.
Fake News
Ergebnisse aus der Diskussion:
Wir sind den Angriffen durch Fake-News nicht machtlos ausgesetzt, sondern können sie erkennen, entschärfen und ihrer Verbreitung entgegenwirken. Dazu ist es wichtig:
1. Dass man die Entstehung von Fake News versteht
2. Dass man sich mit den Meldungen extrem intensiv beschäftigen muss und dass Konzentrationsfähigkeit eine tragende Voraussetzung dazu ist.
Diese muss man aktiv trainieren, weil sie durch die modernen technischen Medien verwaist.
3. Dass man nach dem wahren Kontext von Meldungen intensiv suchen muss, um einer Falschmeldung auf die Spur zu kommen.
4. Dass die Einnahme verschiedener Perspektiven bei der Erkennung von Falschmeldungen helfen kann.
5. Dass man die Mechanismen der Dekontextualisierung, der Täuschung und des „Framing“ kennen muss.
6. Dass jede / jeder aktiv der Medienmüdigkeit entgegenwirken muss
Autorenlesung mit Jakob Springfeld
Der Westen hat keine Ahnung was im Osten passiert
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
12.3.2026
3 Tage vor der Kommunalwahl in Hessen Jakob Springfeld an der Bergstraße
Worum geht es?
Angriffe und Gewalt gegen Geflüchtete, queere Menschen und Personen, die aufgrund ihres Aussehens auffallen, nehmen immer weiter zu. Forderungen nach Abschiebungen – selbst von Deutschen mit Migrationsgeschichte – werden immer lauter. Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen, werden diffamiert, angegriffen und eingeschüchtert. Diese Gewalt wird verharmlost und droht zur Normalität zu werden. Rechtsextreme Einstellungen sind längst in der gesellschaftlichen Mitte ange-kommen. Und doch schaut Westdeutschland noch immer vor allem auf den Osten – oft von oben herab!
Das Wegsehen, wenn diese Gewalt stattfindet, der vorauseilende Gehorsam aus der gesellschaftlichen Mitte und das laute Schweigen der Gesellschaft sind beängstigend. Denn wer heute behauptet, aus der Geschichte gelernt zu haben, muss Haltung zeigen: Es reicht nicht, Probleme zu verdrängen oder auf andere zu schieben.
Die Demokratie braucht uns alle – hier und jetzt.
Jakob Springfeld liest aus seinem Buch und kommt anschließend mit den Zuhörer*Innen ins Gespräch.
Jakob Springfeld
Die Ergebnisse der Diskussion wurden zusammengefasst:
1. Es gab weniger Fragen als eigene Statements und Erfahrungsberichte aus dem Kreis der Teilnehmer. Auf alle diese Beiträge konnte Jakob Springfeld schlüssig und kompetent eingehen.
2. Die Statements gaben Raum für umfassende Diskurse zu den Themen: Gewalt gegen Menschen, die sich für Demokratie einsetzen, Hassrede, Demokratie in Gefahr, Verschwörungstheorien, Fake News, eigene Anteile an der Stärkung der Demokrate.
3. Wir existeren mit unseren Gedanken und Erkenntnissen in einem gefangenen Raum, der für andere Menschen geöffnet und zugängig gemacht werden muss. Eine Möglichkeit hierfür sind zum Beispiel Straßenfeste. An unserer Vernetzung und der Öffnung unseres Raumes muss mit Priorität weitergearbeitet werden.
11.11.2025
Verschwörungs-
theorien
erkennen
Ein Vortrag mit
anschließendem
Gespräch mit
Ingo Leipner
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
11.11.2025 Verschwörungstheorien erkennen
Verschwörungstheoretisches Denken ist offensichtlich im Alltag vieler Menschen
angekommen. Es gibt einen starken Wunsch nach der »Fabrikation eines hieb- und
stichfesten Warum«, wie es Paul Watzlawick formuliert hat. Dieses Motiv bewegt uns alle – und der Antragsteller will in diesem Vortrag zeigen lassen, wie jeder von uns in der Lage ist, Verschwörungstheorien zu entwickeln. Hinzu kommt: Es existiert eine Grauzone am rechten Rand der Gesellschaft, in der Verschwörungstheorien besonders gut gedeihen. Bedrohlich ist dabei der Anspruch auf Wahrheit, wie er sich im oft gebrauchten Slogan »Mut zur Wahrheit« widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund fasst der Vortrag diese Grauzone rechter Ideologie besonders ins Auge. Wer mit solcher Vehemenz DIE Wahrheit für seine Sichtweise beansprucht, entzieht sich auf Dauer jeder Diskussion – und schafft die Grundlagen einer autoritären Gesellschaft.
11.11.2025
Verschwörungs-
theorien
erkennen
Die vorgetragenen Mechanismen zur Entstehung von Verschwörungstheorien sind beim Publikum im Gespräch nach der Veranstaltung als erhellend und erkenntnisreich bezeichnet worden. Die Beteiligung des aktiven Publikums durch eigene Beiträge und die Diskussion darüber hat eine nachhaltige Wirkung erzielt. Das offene Format als "Gesprächsvortrag", in dem ad hoc gefragt werden konnte, hat das unterstützt.
21.10.2025
Der 7. Oktober die Stadt und das Leben
Ein Film von Walter Brähler
Vorführung und anschließende Diskussion
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
21.10.2025
Inhalt des Films
Der Film gibt Einblicke in die tiefgreifenden Veränderungen, die jüdische Menschen in Deutschland seit dem 7. Oktober 2023 erleben – einem Tag, der für viele eine tiefe Zäsur bedeutet, nicht nur in Israel, sondern auch hierzulande. Im Mittelpunkt stehen jüdische junge Erwachsene und ihre Familien, die ihre persönlichen Erfahrungen teilen: von Verunsicherung und neuen Herausforderungen bis hin zum Engagement für ein lebendiges jüdisches Leben in Deutschland. Dabei geht es nicht nur um die Auswirkungen des Nahostkonikts, sondern auch um das Bedürfnis nach Sicherheit, Sichtbarkeit, Zugehörigkeit und Dialog. Zentral ist die Frage: Was bedeutet es, als Jüdin oder Jude in einer Gesellschaft zu leben, in der Antisemitismus wieder offen gezeigt wird.
Ein Film als Brücke zum Gespräch
Die gesellschaftlichen Folgen dieses Einschnitts wurden in der deutschen Öffentlichkeit bislang wenig thematisiert. Der Film möchte dies ändern und lädt zum Austausch ein.
Walter Brähler
ist Drehbuchautor und Regisseur. Er war langjähriger Journalist für Arte, SWR und Deutsche Welle, außerdem Auslandskorrespondent der ARD in Mexiko, Süd-Amerika und Ägypten.
21.10.2025
Ergebnisse aus der Diskussion:
Wichtigste Erkenntnis ist, dass es nach dem 7. Oktober 2023 an Solidarität und Empathie gegenüber den hier lebenden Jüdinnen und Juden gemangelt hat - und deren große Enttäuschung/ Verbitterung darüber. Den Zuschauenden wurde klar, dass das "Nie wieder" eine leere Worthülse ist, wenn sich Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht sicher fühlen können und für das Vorgehen der Regierung Netanjahu verantwortlich gemacht werden.
7.10.2025
Prof. Ines Geipel
35 Jahre Einheit neu erzählt, Lesung
mit Frau Prof. Ines Geipel "Fabelland"
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
4 Tage nach dem Tag der "Deutschen Einheit"
Frau Prof. Ines Geipel ist Professorin für Verskunst an der Hochschule Berlin und Buchautorin des Buches "Fabelland". Sie ist in Dresden geboren, in der DDR aufgewachsen und wenige Monate vor dem Fall der Mauer in die BRD geflüchtet. Heute setzt sie sich sehr dafür ein, dass auch die positiven Errungenschaften und die Vorzüge der Wiedervereinigung benannt werden. Sie arbeitet die Entwicklung der Wiedervereinigung mit eigenen, neuen Fakten auf und tritt der Opferrolle, in der sich die Bewohner der fünf "neuen" Bundesländer sehen, entgegen und etabliert ein versöhnliches Gegennarativ. Zunächst sollte Frau Prof. Geipel über ihr Buch "Fabelland" referieren. Im Anschluss soll es die Möglichkeit geben, über Fragen und Beiträge über eigene Erfahrungen aus dem Publikum zu diskutieren. Das Ziel der Veranstaltung ist es, der negativen Grundstimmung in der Gesellschaft eine positive und versöhnliche Stimmung entgegenzuhalten.
7.10.2025
Ergebnisse der Diskussion mit Ines Geipel
Frau Geipel erzählte frei über ihr Buch und las einige Passagen vor. Es gelang ihr wesentliche Thesen aus ihrem Buch anzusprechen. Dabei gab sie neue und versöhnliche Denkanstöße zu gängigen historischen Betrachtungen zur DDR. Die Präsentation war in zwei Teile untergliedert, in den ersten Teil der Mythenbildung und den zweiten Teil, der Gegenwart. Nach jedem der beiden Teile wurden aus dem Publikum Fragen gestellt oder eigene Erfahrungen geteilt. Es gab eine rege Beteiligung und es entstanden kontroverse Diskussionen zu folgenden Komplexen:
(1) Aufarbeitung der 56 Jahre Doppeldiktatur NS und DDR ist erforderlich! Welche Forderungen an die Politik lassen sich ableiten? Geschichtsbewusstsein an den Schulen erzeugen, Gelder die Förderprojekte wie "Demokratie leben" dürfen nicht gestrichen werden, zumal die AfD als erwiesen rechtsradikale Organisation staatlich mit Millionen gefördert wird.
(2) Benachteiligung der Menschen im Osten, Opferrolle des Ostens, vorher war alles besser, Häuser und Straßen kann man sanieren, aber das Denken und das Fühlen? Geld alleine reicht nicht, wir brauchen den Dialog und eine Neuerzählung.
(3) "Mir geht es gut - aber uns geht es schlecht!" Gegenrede zur Opferrolle der ostdeutschen Bürger*Innen: Vor der Einheit war im Osten Diktatur, heute haben wir Freiheit, offene Grenzen, Meinungsfreiheit, Demokratie das ist unser Glück, das bis heute wirkt.
(4) Der 9. November ist der entscheidende Tag der eigentlich zu feiern wäre. Der Tag an dem die Mauer fiel ganz unerwartet und ohne Blutvergießen, unser gemeinsames Glück.
(5) Das Gespräch und der Dialog zwischen Ost und West sind wichtig.
(6) Eine Mutter von 3 Heranwachsenden berichtete darüber, dass der Zugang zu ihren Kindern immer mehr verloren geht durch die für Erwachsene fremde Medienumgebung unserer Kinder. An dieser Stelle wurde erarbeitet, dass es wichtig ist, die Kommunikation trotzdem nicht abbrechen zu lassen und sich Hilfe zu organisieren über externe Beratung oder selbst aktiv zu werden. Es wurde eine AG "Social Media" erwähnt als Form der Eigeninitiative.
Ein neuer Blick auf den Zustand der Einheit und die Auseinandersetzung mit den relevanten Themen der Einheit konnten angeregt werden. Es konnten Impulse für einen Perspektivwechsel zu vielen Fragen der Einheit ausgelöst werden.
6.10.2025
Zwischen Schutzauftrag und Machtmissbrauch -
Über den Umgang mit Polizeigewalt in Medien
und Gesellschaft
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt!
6.10.2025, 19:00 Uhr
Heppenheim, Marstall, Amtsgasse 5
Unstrittig ist, dass der Staat das Gewaltmonopol besitzt, das von der Polizei ggf. durchgesetzt wird. Polizeiliche Gewalt ist somit kein neues Phänomen – doch wie sie öffentlich wahrgenommen, medial dargestellt und gesellschaftlich verarbeitet wird, ist umstritten. Betroffene erleben oft fehlende Aufarbeitung und mangelnde Anerkennung, während mediale Narrative die Perspektiven der Polizei in den Vordergrund rücken.
In dieser Veranstaltung nähern wir uns dem Thema aus zwei Perspektiven:
Sevda Can Arslan
Medienwissenschaftlerin und aktiv bei der Initiative 2. Mai, analysiert die Darstellung polizeilicher Gewalt in den Medien und den Umgang mit Betroffenenstimmen anhand eines Beispielsfalls:
Am 2. Mai 2022 starb Ante P., der sich in einer psychischen Krise befand, nach einem Einsatz der Polizei in Mannheim.
Hannah Espín Grau
ist Juristin und Kriminologin mit Schwerpunkt auf polizeilicher Gewalt beleuchtet strukturelle Probleme in der Aufarbeitung solcher Fälle.
Im Anschluss an die Inputs laden wir ein zur offenen Diskussion:
Wie kann Sichtbarkeit für Betroffene geschaffen werden? Welche Rolle spielen Medien, Forschung und Zivilgesellschaft?
15.9.2025
Rechter Terror in Hessen
Diskussionsveranstaltung mit Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
27.6.2025
Prof. Dr. Eva Walther
Professorin der Sozialpsychologie an der Uni Trier
27.6.2025 Bensheim: Vortrag mit anschließender Diskussion im Fischbowl - Format mit Schülern des Goethe-Gymnasiums Bensheim zum Thema:
Warum Leute aus der Mitte der Gesellschaft Rechts-Außen- Parteien wählen
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! in Kooperation mit Fabian Salars Erbe e.V., gefördert durch das Bundesprogramm Demokratie Leben! über die Partnerschaft für Demokratie Bensheim
Die Referentin:
Frau Prof. Dr. Eva Walther ist Sozialpsychologin an der Uni
Trier. Seit Jahren forscht sie zu den Gründen, warum Menschen sich politisch nach rechts orientieren – und was wir daraus lernen können. Sie leitet die Abteilung Sozialpsychologie an der Uni Trier und ist Co-Autorin des Buches „Psychologie der Rechtsradikalisierung“. Rechtsaußen-Parteien gewinnen an Zustimmung – auch in der
Mitte der Gesellschaft. Was bewegt Menschen zu solchen Entscheidungen? Was können wir dagegen tun?
- Warum verlieren demokratische Parteien immer mehr an Vertrauen?
- Welche Rolle spielen Ängste, soziale Unsicherheit und das Gefühl, abgehängt zu sein?
- Wie können junge Menschen gegen Hass und Ausgrenzung aktiv werden?
Artikel im Bergsträßer Anzeiger am 30.6.2025
Die Teilnehmer Veranstaltung:
Drei Schüler*innen des Goethe Gymnasiums Bensheim im Alter von 15 bis 16 Jahren waren im inneren Diskussionskreis, dem Fishbowl, zusammen mit der Referentin und dem Moderator. Es waren insgesamt ca. 50 Personen anwesend.
Vortrag und Diskussion
Zunächst hielt Frau Prof. Dr. Walther einen ca. halbstündigen Vortrag mit Präsentation. Viele besorgte Menschen fragten sich, warum gerade diejenigen die AfD wählen, denen deren Politik am meisten schaden würde. Der Grund dafür ist, dass die meisten rechtsextremen Wähler ihre Entscheidung weniger rational, sondern überwiegend aus emotionalen Gründen treffen. Diese emotionale Ebene zeige sich bereits bei der Wahrnehmung ihrer persönlichen Situation: Jeder Mensch sucht nach Bestätigung und vergleicht seinen Status mit dem anderer. Eine in diesem Vergleich als Benachteiligung empfundene Wahrnehmung nennt man Deprivation. Dies ist das Einfallstor für die verklärende Narrative und Verschwörungstheorien.
Die AfD hat die Einflussnahme, unzufriedene Menschen auf der emotionalen Ebene anzusprechen und Impulse für die Empfindung einer subjektiven Benachteiligung und diese immer weiter zu verstärken, im psychologischen Sinne perfektioniert. In unserer realen und sachbezogenen Politik fehlt diese Emotionalität.
Die AfD braucht die sachbezogene Ebene nicht, sie kann sich ganz auf diese emotionale Ebene konzentrieren und das macht sie professionell. Sie versteht es, die empfundenen Benachteiligung bei diesen Menschen zu indizieren und immer mehr zu verstärken. So entsteht Wut über die Verantwortlichen für ihre Benachteiligung. Psychologisch betrachtet wird durch Wut die Kontrolle über die eigene ohnmächtige Lage wiedergewonnen. Gleichzeitig bewirkt die Abgrenzung zu denen, die für ihre Lage verantwortlich sind, eine Stärkung und Selbstaufwertung.
Danach entstand eine Diskussion im Fishbowl Format. Die Diskussion war sehr lebendig. Die Beiträge waren geprägt von der jeweiligen persönlichen Betroffenheit und den Erlebnissen der Teilnehmer. Frau Prof. Dr. Walther konnte sehr präzise auf jeden der Teilnehmerbeiträge eingehen, indem sie vieles mit ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen erklärte, aber auch viele nützliche und mutmachende Vorschläge machte, wie unsere Demokratie durch Handeln gestärkt werden kann. Sie hat den Ernst der Lage beton, aber auch aufgezeigt, wie wichtig es ist, sich für den Erhalt und die Stärkung der Demokratie einzusetzen und sich dafür zu solidarisieren.
Die Erkenntnisse:
Es ist wichtig, sich über die gemachten Erfahrungen auszutauschen und einen Weg mit anderen zu suchen, sich für die Stärkung der Demokratie einzusetzen.
Zurzeit ist eine Wiederholung der Geschichte zu beobachten: Ähnlich wie in der Weimarer Republik und im spanischen Bürgerkrieg sind die demokratischen Kräfte im Parlament zerstritten. Dies nutzt den Rechtspopulisten. Es ist wichtig die Erfahrungen aus der Geschichte lebendig zu halten und von den demokratischen Parteien im Parlament mit mehr Blick auf die Gemeinsamkeiten einen fairen Umgang untereinander einzufordern. Die Organisation „Omas gegen Rechts“ ist ein gutes Beispiel für eine gelungene Form des öffentlichen Agierens zur Stärkung der Demokratie. Der Name „Omas“ und das Handeln dieser Organisation zeigt auf, unabhängig jeder Parteipolitik und jedes Lobbyismus zu sein, schafft Vertrauen und legitimiert den lauten Protest und das hörbare, laute Eintreten für Demokratie.
Bei der Frage des Nutzens öffentlicher Veranstaltungen, großer Demonstrationen und lauten Protests kann nicht davon ausgegangen werden, dass es zu nennenswerten Effekten kommt, bei denen die Gegner der Demokratie überzeugt oder umgestimmt werden können.
Doch es bleibt uns keine Wahl: Wir müssen den öffentlichen Raum besetzen und die Sichtbarkeit unseres Anliegens weiter betreiben und sogar verstärken. Dies nicht zu tun, wäre falsch, denn wir würden den Rechten den Raum überlassen, unser Stillhalten wäre Legitimierung der Rechtsradikalisierung und würde eine Alternativlosigkeit der rechten Positionen nahelegen. Wir müssen „dran“ bleiben.
Menschen werden durch den unkontrollierten medialen Raum, der durch Falschinformationen und Verschwörungstheorien geprägt ist, emotional stark belastet. Besonders junge Menschen sind dem hilflos ausgesetzt. Der selbstbewusste Umgang und die emotionale Bewältigung dieser Dynamik müssen erlernt werden. Hier ist ein großes Defizit. Frau Prof. Dr. Walther spricht sich dafür aus, dass das „Emotionale Lernen“ an Schulen hier ansetzen muss, damit junge Menschen resilient werden gegen die Vereinnahmung durch die Feinde unserer Demokratie und um Jugendliche für die Krisen der aktuellen Zeit zu empowern.
Vielen Menschen, die sich um unsere Demokratie sorgen, ist eine gewissen Ratlosigkeit anzumerken. Auch ist die Rede für die Stärkung der Demokratie häufig durch Positionen „gegen“ etwas zu sein, charakterisiert. Daher sollte von unserer Seite eher der positive Blick in die Zukunft, die Perspektive unserer Bewegung und Visionen für junge Menschen sichtbar werden.
Nachrichten und die öffentliche Stimmung malen ein schlechtes Bild über den Zustand unserer Gesellschaft. Die Anhäufung von bedrohlichen Krisen erzeugt eine Stimmung der Skepsis und der Angst. Das nutzt den Feinden der Demokratie. Wir müssen die positiven Aspekte unserer Gesellschaft sichtbar machen und positive Perspektiven für die Prozesse aufzeigen, die notwendig sind, um eine Krise zu bewältigen. Wir brauchen Gegennarrative, in denen positive Errungenschaften unserer Demokratie beschrieben werden.
31.1.2025
Gedenken an die Opfer des Brandanschlags vom 31.1.1992 in Lampertheim
am Freitag, den 31.01.2025, wird von 17 bis 18 Uhr an die Opfer des Brandanschlages vor 32 Jahren gedacht. Am frühen Morgen des 31. Januar 1992 brannte die Unterkunft für Asylsuchende in der Lampertheimer Ernst-Ludwig-Straße 32 nahezu vollständig aus. Dabei kam eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka ums Leben: der 29-jährige Mohideen Mohamed Mulatta, die 31-jährige Mohideen Nelofa Zeenai sowie ihr dreizehn Monate altes Baby. Sie hatte in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung gesucht, nachdem Tamilen in ihrer Heimat angedroht hatten, ihr Haus anzuzünden.
Wir laden Sie daher herzlich ein, an unserer Gedenkstunde im Lampertheimer Stadtpark teilzunehmen. Von dort aus wollen wir dann zum heutigen Standort in der Ernst-Ludwig-Straße 32 ziehen und dort Blumen für die verstorbene Familie niederlegen.
Die Gedenkkundgebung wird durch den DGB Ortsverband Lampertheim-Bürstadt in Kooperation mit der Initiative Vielfalt jetzt! e.V. im Kreis Bergstraße durchgeführt. Es sprechen u.a.:
- Sascha Schmidt - Politikwissenschaftler,
- Erich Maier - Bürgermeister a. D. der Stadt Lampertheim
23.1.2025
Prof. Dr. Benno Hafeneger
emeritierter Professor der Soziologie an der Uni Marburg
Vortrag und anschließende Diskussion mit
Schüler*Innen im Fishbowl Format zum Thema:
Rechtsextremismus und Jugend
eine Veranstaltung der Initiative:Vielfalt.Jetzt! gefördert durch das
Haus der Kirche Heppenheim
.
23.1.2025
Vortrag und anschließende Diskussion mit Schüler*Innen des Goethe-Gymnasium im Fishbowl Format.
Viele sagen: Die AfD ist laut, empört sich über die Regierung – aber echte Lösungen hat sie nicht.
Das klingt beruhigend, ist es aber nicht, denn das ist ein Trugschluss. Die AfD arbeitet nicht zufällig so, wie sie arbeitet. Sie folgt drei klaren Mustern: Emotionalisierung, Personalisierung und Skandalisierung. Und genau damit greift sie gezielt unsere demokratische Kultur an. Besonders dort, wo Demokratie gelebt wird: in der Jugendarbeit, in Jugendverbänden, in Bildungsprojekten und in der Zivilgesellschaft findet der Angriff statt. Die AfD wendet sich konsequent gegen emanzipatorische Politik. Gegen Projekte, die Vielfalt stärken. Gegen Jugendverbände, die sich für Menschenrechte einsetzen. Gegen Initiativen, die junge Menschen ermutigen, kritisch zu denken und Haltung zu zeigen. Und sie tut das nicht nur in Social Media sondern ganz konkret in Parlamenten und zunehmend auch dort, wo Entscheidungen umgesetzt werden: in den exekutiven Gremien der Kommunalpolitik.
Genau deshalb sind die Kommunalwahlen so wichtig. Oft tritt die AfD vor Ort angepasst und sachlich auf. Nicht als rabaukenhafte Protestpartei, sondern als scheinbar seriöse Kommunalfraktion. Als angebliche Kümmerer – besonders für Menschen, die sich abgehängt fühlen. Aber hinter dieser Fassade bleibt der Kern derselbe: ein nationalistischer Blick auf Politik und ein klares Feindbild: demokratisch engagierte Jugendarbeit. Seit ihrem Einzug in Parlamente nutzt die AfD ein demokratisches Instrument gezielt gegen die Demokratie selbst: parlamentarische Anfragen.
So stellte die AfD Fraktion des Kreistages Ostalbkreis am 27.11.2025 den Antrag, die Zuschüsse für den Kreisjugendring um 2/3 zu kürzen mit der Begründung fehlender Neutralität und politischer Indoktrination, die Verantwortlichen folgten einer linksorientierten Ideologie. Eigentlich dienen sie der Kontrolle der Regierung und basieren auf eigenen konstruktiven politischen Konzepten.
Doch die AfD missbraucht sie, um zu verunsichern, zu diffamieren und Druck aufzubauen. Jugendringe, Jugendverbände, Jugendzentren, außerschulische Bildungsträger. Sie alle geraten ins Visier. Es wird gefragt, ob sie förderwürdig seien, ob ihre Gemeinnützigkeit überprüft werden müsse, ob ein Förderstopp nötig sei.
Besonders betroffen sind Verbände, die klar Haltung zeigen: gegen Rassismus, gegen Rechtsextremismus, für Demokratie. Einrichtungen und ihre Akteure werden als „Linksextreme“ und „Antifa“ denunziert. Immer wieder tauchen dieselben Muster auf: subtile Unterstellungen, offene Drohungen, das gezielte Herausgreifen einzelner Organisationen und der bewusst falsche Verweis auf angebliche politische „Neutralität“.
Dabei ist klar: Demokratie lebt nicht von Neutralität gegenüber Menschenfeindlichkeit. Jugendarbeit hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, gegen Rassismus, Ausgrenzung und demokratiefeindliche Ideologien einzustehen. Betreuer, Schulleiter und Lehrer unterliegen der verfassungsrechtlich verordneten Schutzverpflichtung und müssen aktiv werden, wenn demokratiefeindliche Übergriffe stattfinden.
Die Folgen dieser Angriffe sind real. Manche Einrichtungen werden verunsichert. So werden Positionen vorsichtiger formuliert.
So wird das Engagement aus Angst zurückgefahren. Andere sagen: Jetzt erst recht. Sie vernetzen sich, zeigen Haltung und machen ihre Arbeit sichtbarer. Doch eines bleibt: Die Sorge, dass ein stärkerer Einfluss der AfD in Kommunen die finanzielle und strukturelle Grundlage der Jugendarbeit weiter schwächt. Dass Fördermittel gekürzt oder ganz gestrichen werden (so wie zuletzt von Bundesfamilienministerin Prien angekündigt). Und genau hier kommst du ins Spiel. Kommunalpolitik entscheidet darüber, welche Jugendangebote es gibt. Welche Räume offenbleiben. Welche Werte gefördert werden. Am 15. März 2026 wird in Hessen gewählt. Nicht irgendwo – sondern direkt vor deiner Haustür. Die Demokratie fällt nicht plötzlich. Sie wird Schritt für Schritt verschoben. Darum ist es wichtig hinzuschauen, Haltung zu zeigen und demokratische Kräfte zu stärken – gerade auf kommunaler Ebene.